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RUN YOUR OWN RUN (Lauf Dein Eigenes
Rennen!)
Unter diesem Motto stand der
Singapurmarathon 2007 (auch Halbmarathon und 10 km), zu dem 20 Teilnehmer
der REISEZEIT-Gruppe Ende November mit „Vietnam Airlines“ (Boing 777-200)
aufbrachen. Nach 9300 km und 10 Stunden Flug landeten wir zu einem kurzen
Transitaufenthalt in Ho Chi Minh City. Von dort ging es mit einem nagelneuen
Airbus 321 weiter zu unserem Ziel Singapur. Eine sonnendurchflutete
Metropole empfing uns, deren Charme - eine Mischung aus hypermodernem Dubai
und verträumtem Amsterdam - wir bei der Stadtführung am nächsten Tag auf uns
wirken lassen konnten. Daran anschließend holten wir unsere Startunterlagen
ab - perfekt organisiert: Am Tag vor dem Lauf bekamen nämlich nur noch die
Starter aus Übersee (ca. 2500) ihre Läufertaschen; die ca.37500 Starter aus
Singapure hatten ihren Termin bereits eine Woche zuvor. Der Lauftag selbst
begann sehr früh: Start für die Marathonis um 5:30 Uhr, für die
Halbmarathon-Läufer 6:15 Uhr und für die 10 km – Läufer um 7:00 Uhr (Männer)
bzw. 8:00 Uhr (Frauen). Das war der zu erwartenden hohen Temperatur und
Luftfeuchtigkeit geschuldet. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen
Abbruch, die fantastische Organisation lies auch gar nichts anderes zu. Die
Streckenführung war so gelegt, dass man auf Gegenkurs (auf der
Nebenfahrbahn) immer Kontakt mit vielen Tausend anderen Läufern hatte und
man nie „alleine“ war. Trotz der frühen Morgenstunde und der ungewohnten
klimatischen Bedingungen kamen alle 18 Läufer der Gruppe gutgelaunt und mit
tollen Ergebnissen ins Ziel: Am schnellsten auf der Marathonstrecke war das
Ehepaar Daniela und Peter Nusseck aus der Schweiz. Sie legten die Strecke in
3:35 Std. zurück und belegten damit in der Gesamtwertung die Plätze 283 und
284 (von 9697)! Darüber hinaus wurden sogar 5 Altersklassensiege erkämpft:
| Theo Laakmann |
Marathon |
AK m70 |
4:15:34 |
| Wolfgang Karaschkewitz |
Marathon |
AK m65 |
3:57:09 |
| Dr. Hannelore Bernhardt |
Halbmarathon |
AK w70 |
2:57:05 |
| Rosemarie Müller |
10 km |
AK w65 |
1:08:25 |
| Hans-Dieter Rheineck |
10 km |
AK m65 |
0:56:37 |
Auch die anderen Mitglieder
unserer Läufergruppe brauchten sich mit ihren Ergebnissen nicht zu
verstecken. Nach dem „Lecken der Blessuren“ fand am Abend die traditionelle
REISEZEIT-Auswertung des Laufs statt, bei der besondere Leistungen besonders
gewürdigt wurden.
Am nächsten Tag ging es mit
dem Flieger über HoChiMinh Stadt weiter nach Hanoi, Hauptstadt Vietnams und
Ausgangspunkt unserer Erkundungsreise von Nord nach Süd durch ganz Vietnam.
Die Stadt lernten wir ein wenig kennen, als wir am nächsten Tag das
Mausoleum und das Wohnhaus von „Onkel Ho“, dem ersten Präsidenten Vietnams,
sowie daran im Anschluss eine Pagode besuchten. Das Beeindruckendste an
dieser Stadt: Die Unmenge von Mopeds, dem Fortbewegungsmittel wohl der
ganzen Nation, die sich wie ein breiter Strom auch durch Stromschnellen
(enge Gassen) und Felsbrocken im Fluss (plötzlicher Gegenverkehr)
unaufhörlich und ohne Hupen und Hektik ihrem Ziel entgegen bewegen.
Interessant der anschließende Besuch einer Aufführung des berühmten
Wasserpuppentheaters: Die Puppenspieler stehen (für das Publikum nicht
sichtbar) bis zu den Hüften im Wasser und bewegen mit Stangen und Seilen die
halbmannsgroßen Puppen, wobei sie durch ein kleines Orchester musikalisch
begleitet werden. Dieses Theater sollte man sich als Besucher Hanois nicht
entgehen lassen. Den Abschluss des Abend bildete eine 30-minütige
Rikschafahrt im Stadtzentrum, die uns viele Einzelheiten des Hanoier Lebens,
die vom Bus aus einfach vorüber huschen und gar nicht wahrgenommen werden,
sichtbar machte – die aber nichts für Leute mit schwachen Nerven ist: Man
muss schon „abgebrüht“ sein, um sich bei „Rot“ und entgegen unseren
gewohnten Verkehrsregeln durch das abendliche Stadtzentrum fahren zu lassen
und dabei noch ruhig zu bleiben.
Mit dem Bus fuhren wir am
nächsten Morgen nach Ha Long zu der in allen Reiseführern gepriesenen und
zum UNESCO-Weltnaturerbe zählenden Bucht gleichen Namens (Der Name bedeutet:
Bucht des herunter kommenden Drachens). Sie verfügt über 3000 Inseln, von
denen jedoch nur eine bewohnt ist. Mit einem Motorboot fuhren wir durch
diese faszinierende Bucht zu der Tropfsteinhöhle Hang Sung Sot, die durch
ihre Ausmaße (ca. 10000m²), farbliche Gestaltung und hohe Temperaturen
beeindruckte.
Tags darauf flogen wir nach
Mittelvietnam in die alte Kaiserstadt Hue, die ebenfalls auf der Liste der
UNESCO-Denkmäler steht. Hue war bis 1945 Hauptstadt Vietnams. Hier
besichtigten wir die Zitadelle mit dem Kaiserpalast und seinen weiträumigen
Anlagen sowie weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Nach einer Übernachtung im
berühmtesten Hotel der Stadt, im „Saigon Morin“, ging es weiter in Richtung
Süden nach Da Nang. Dabei überquerten wir den „Wolkenpass“, auf dem noch
alte Bunker aus der Zeit der französischen Besetzung zu finden sind. Seinen
Namen trägt der Pass zu Recht: Er ist eine Wetterscheide – kaum begannen wir
die Fahrt vom Pass abwärts, öffneten sich die Wolken, die Sonne erschein und
verlies uns tagsüber bis zum Ende unserer Reise nicht mehr. Durch Da Nang
hindurch (bekannt als Erholungsort für die amerikanischen GI´s im
Vietnamkrieg) fuhren wir noch 20´ weiter nach Hoi An, eine kleine Stadt, die
zum Touristenzentrum Mittelvietnams ausgebaut wird: Farbenprächtige
Hausfassaden, einladende Geschäfte (u.a. eine Schneiderei, die nach 5
Stunden maßgefertigte Anzüge ausliefert) und freundliche Menschen laden zum
Bummeln, Shoppen und Verweilen ein. Weiter ging die Fahrt in unser nächstes
Quartier, ein 5-Sterne-Urlauberparadies direkt am Südchinesischen Meer. Dort
erwartete uns eine besondere Herausforderung: Ein 10 km – Strandlauf „run
for fun“ gemeinsam mit Läufern aus dem Ort stand auf dem Plan. Dieser sehr
gut vorbereitete Lauf entpuppte sich jedoch als harter Straßenlauf „Jeder
gegen Jeden“! Bemerkenswert, dass jeder „unserer“ Läufer einen „Partner“ an
seiner Seite hatte und auch die Letzten bis ins Ziel von den vietnamesischen
Läufern begleitet wurden. Ungeachtet des Verlaufes waren im Ziel alle
Teilnehmer guter Laune und erhielten zu Recht das Zertifikat, das ihnen die
Teilnahme am
„1. Internationalen Lauf von
Hoi An“ bestätigte. Darüber hinaus bekam jeder deutsche Teilnehmer ein
Freundschaftsgeschenk überreicht. Dafür den Organisatoren vom „Palm Garden
Resort“ Dank und Anerkennung! Hoi An lockte durch seine ideale Lage zum
Verweilen für (mindestens) einen Badetag.
Daher schade, dass es bereits
früh am nächsten Morgen weiterging - von Da Nang mit dem Flugzeug nach
Süden, nach HoChiMinh Stadt. Mit dem früheren Saigon erwartete uns eine
moderne Großstadt im (für uns überraschend) festlichen Weihnachtsschmuck mit
eleganten Hotels, breiten Straßen und wieder Mopedfahrern, die sich jedoch
weitestgehend an eine offensichtlich existierende Verkehrsordnung hielten.
Aber auch hier waren Mopedbesetzungen mit 3-5 (!) Personen keine Ausnahme.
Höhepunkt unseres Aufenthaltes in Südvietnam war der Ausflug ins
Mekong-Delta am letzten Tag unserer Reise. Zuerst ging es per Motorboot über
den mit gelbem Wasser gefüllten Mekong und dann mit kleinen , jeweils von 2
Frauen geruderten Kähnen, in einem immer enger werdenden Kanal unserem
Tagesziel entgegen, einem Dorf auf einer der vielen Inseln im Dschungel des
Mekong-Deltas. Dort zeigte man uns zuerst, wie aus Kokosfrüchten in
Handarbeit Bonbons hergestellt werden. Anschließend wanderten wir durch den
Ort, wobei uns immer wieder Schülerinnen auf Fahrrädern in schmucken, langen
weißen Kleidern begegneten. Per Fahrrad verschafften wir uns dann während
einer 30-minütigen Tour auf schmalen, aber asphaltierten (!) Wegen selbst
einen Eindruck vom Leben im Dschungel . Überraschendes tat sich auf: Von
alten, verfallenen Gräbern über kleine Pagoden und bescheidene Behausungen
bis hin zu modernsten Villen mit Parabolantennen für den Fernsehempfang. Den
Ausflug beschloss ein schmackhaftes Essen – es gab den „Großen
Elefantenohren-Fisch“. Nach der Rückkehr nach HoChiMinh Stadt hieß es nur
noch, die Koffer in den Bus zu verladen und zum Flughafen zu fahren, von dem
wir erst nach Hanoi und von dort in einem 12-stündigen Nonstopflug wieder
nach Hause flogen. Erschöpft, aber wohlbehalten und angereichert mit
vielfältigen Eindrücken und Erlebnissen kam die Gruppe in Frankfurt an, wo
sich die Teilnehmer in die Hand versprachen, 2008 und später mit REISEZEIT
neue Lauf-Ziele zu erschließen.
(Dr. Knobloch) |