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Der 20. Marrakech-Marathon und Halbmarathon

„Es war einmal…“ - spätestens beim Bummel durch den größten Souk (Markt) in Marrakech fühlten sich die Teilnehmer der LAUFZEIT-Leserreise zum 20. Marrakech-Marathon in die Zeit der Märchen aus Tausend und eine Nacht zurück versetzt: Vieles an Handwerk war zu bestaunen, welches es eigentlich gar nicht mehr gibt – so z. B. ein Spiegelrahmen aus Altreifen oder das Bohren von Löchern in Steine mittels Reibung durch einen sich drehenden Stab… Aber jetzt der Reihe nach!

Am 20. Januar 2009 trafen sich die REISEZEIT-Teilnehmer, um gemeinsam mit der Air Berlin nach Agadir zu fliegen. Der Badeort an der marokkanischen Atlantikküste empfing uns mit Sonnenschein und angenehmen 20°C. Diese Bedingungen wurden natürlich genutzt, um nach dem Einchecken im Hotel einen Frühlingsspaziergang am Atlantik zu unternehmen. Der warme Wind wehte recht stark – was die versierten Surfer nicht hinderte. Wir bewunderten ihre tollkühnen Ritte über die glitzernden Wellen.

Am nächsten Tag lernten wir bei einer Stadtrundfahrt Attraktionen Agadirs kennen: Den Fischereihafen, den Festungsberg, den Markt und vieles mehr. Der darauf folgende Tag bot eine Fahrt zu einer Oase und in die Stadt Taraudent. Wenn die gleichnamige Oase, die schon Kulisse für den bekannten Film „Ali Baba und die 40 Räuber“ war, einfach durch ihre natürliche Schönheit beeindruckte, so war es in Taraudant vor allem die erhalten gebliebene Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. Auf der Rückfahrt nach Agadir überraschte uns ein weiteres „Highlight“: Ziegen, die auf Arganienbäumen weideten! Das gibt es sonst nirgends auf der Welt!

Am Freitag vor dem Lauf ging es dann mit dem Bus über den Paß des Atlasgebirges nach Marrakech. Die Fahrt durch die Souks-Ebene bot interessante Einblicke in das alltägliche Leben der Bewohner dieser Gegend, der Berber. In Marrakech angelangt bestaunten wir den Palast des Großwesirs Bahia. Ehrfurchtsvoll ließen wir uns die Geschichte des Wahrzeichens der Stadt, der Koutoubia-Moschee erklären, ließen uns im Labyrinth des Marktes von Stand zu Stand treiben und bestaunten letztendlich den zentralen Platz der Stadt Djeemaa el Fna (wörtlich: Platz der Geköpften), den Platz der Gaukler, Schlangenbeschwörer, Erzähler, Wunderheiler u.a.m.

Der Lauftag, ein Sonntag, war natürlich Höhepunkt der Reise. Bei Temperaturen um 16°C erfolgte um 8:30 Uhr pünktlich der Start zu den Marathon- und Halbmarathon-Distanzen. Von Anbeginn legten die Läufer aus Kenia und Äthiopien ein unglaublich hohes Tempo vor. Der Kurs führte durchweg über asphaltierte Straßen, vorwiegend an der berühmten alten Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert entlang, die das historische Zentrum der Stadt umschließt. Während die beiden Erstplazierten auf der Halbmarathonstrecke bereits nach fünf Kilometern klar in Front lagen, wurde die 11-köpfige Marathon-Spitze erst auf den letzten 5 km zerlegt und die ersten Drei liefen gar erst ab km 40 um die Plätze – in einem Tempo, das für jeden Normaljogger „jenseits von gut und böse“ liegt!

Hier die Ergebnisse:

Marathon MÄNNER:

Platz Name Land Zeit
1. David Rutoh KENIA 2:10:31
2. Adhane Yamane ETHIOPIA 2:10:40
3. Sammy Kibet KENIA 2:11:08

Marathon Frauen:

Platz Name Land Zeit
1. Yeshi Esayias ETHIOPIA 2:29:52
2. Jenet Teka Kahsay ETHIOPIA 2:38:22
3. Beta Daigambu NAMIBIA 2:39:11

Halbmarathon Männer:

Platz Name Land Zeit
1. Allan Ndiwa KENIA 1:02:12
2. Dennis Ndiso KENIA 1:02:31
3. Mark Tanui KENIA 1:02:38

Halbmarathon Frauen:

Platz Name Land Zeit
1. Malika Ashsah MAROKKO 1:09:53
2. Asmae Leghzaoui MAROKKO 1:11:10
3. Tigist Tufa ETHIOPIA 1:11:46

Auf den Strecken waren insgesamt 2695 Teilnehmer unterwegs: Marathon 633 (547 Männer, 86 Frauen), Halbmarathon 2062 (1702 Männer, 360 Frauen).

Alle Läufer der REISEZEIT-Gruppe kamen gut ins Ziel ihrer Distanz. Der Schnellste auf der HM-Strecke war Jakob Zollmann (1:51:38), auf der Marathon-Strecke war es Roland Beyer (3:40:10). Die Marathon-Frau unseres Reiseteams, Maria Bertram, lief in 4:27 ein. Beachtenswert: Benjamin Zollmann lief diesen Marathon an seinem 50. Geburtstag, Philipp Zollmann lief dem Bruder zu Ehren seinen ersten (!) Marathon überhaupt und die beiden Lutz’, Freunde des Jubilars, zollten ihm, ihn laufend begleitend, ihren Respekt.

Zielschluß war für 5 Stunden festgelegt. Dem Veranstalter zu Ehren sollte erwähnt werden, daß der letzte Läufer auch nach 5:07 Std. in die Ergebnisliste aufgenommen wurde und seine Medaille erhielt. Auf der Strecke, das ist wichtig zu wissen, gab es ausschließlich Wasser (alle 2,5 km) und Mars-Riegel. Die Läufer freuten sich über den nach 2:30 Std. einsetzenden Nieselregen sehr – eigentlich eine für diesen Ort und diese Zeit ungewöhnliche Wettererscheinung. Eine Lehre gilt es für die Teilnahme an weiteren Läufen zu beachten: Die Startnummer unbedingt so, wie vom Veranstalter gefordert anbringen und bis zum Zieleinlauf so tragen! Herbert Reinhold, der den Marathon lief, wurde zwar mit einer Halbmarathonzeit von 1:52:58 erfaßt, in der Zielwertung fehlte er leider (inoffiziell 3:59:31). Offensichtlich war seine Startnummer so verrutscht, daß sie von der Meßeinrichtung am Ziel nicht erfaßt werden konnte. Schade!

Am Abend fuhren alle gemeinsam zur Abschlußveranstaltung „Fantasia“, wo Folklore und Speisen Marokkos sowie – teilweise atemberaubend – Reiterkunststücke geboten wurden. Höhepunkt waren die in der Dunkelheit flammenden Worte „Bienvenue Marathon Marrakech“ (Willkommen zum Marrakech-Marathon), die ans Herz gingen und die Sportler einluden, im nächsten Jahr wieder nach Marokko zu kommen. Am nachfolgenden Tag hieß es Abschied nehmen: 5 Teilnehmer nahmen die Möglichkeit eines Ausflugs in ein Berberdorf wahr, 16 fuhren über die von den Portugiesen im 16. Jahrhundert gegründete Hafenstadt Essaouira nach Agadir zurück. Essaouira erwies sich als eine fantastisch schöne Stadt, besucht und bewohnt von Künstlern, Fischern, Handwerkern (nach 1967 war sie Ziel vieler Hippies) und mehr als nur einen Bummel wert. Auf der Weiterfahrt nach Agadir gab es an einem schönen Leuchtturm einen letzten Fotostopp. Schließlich beobachteten wir (schon in Agadir) den malerischen Untergang der Sonne im Atlantik.

Bei wärmenden 22°C fuhren wir am nächsten Morgen zum Flughafen Agadir und traten die Heimreise an. Eine wunderschöne, abwechslungsreiche Laufreise auf dem „schwarzen Kontinent“ ging zu Ende. Auf Wiedersehen Marokko, auf Wiedersehen beim 21. Marrakech-Marathon 2010.

In der Oase Tiout

Roland Beyer beim Training

Vor dem Frühstückslauf in Marrakech

Ja, wo geht's denn nun lang

Das Wahrzeichen Marrakechs, die Koutoubia-Moschee

Der Gauklerplatz am Abend

Kurz vor dem Start

3000 Läufer streben

... dem Ziel entgegen

Nachwuchs

Eine Rarität: 2(!) offizielle Laufzeiten

Claudia Peschke im Ziel

Die Siegerinnen des Halbmarathons

Die Marathon- Gewinner

Roland Beyer im Ziel

 

 


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