Ein erlebenswerter Halbmarathon
-Lissabon-
Ohne die Verlängerungstage wäre uns viel Schönes
entgangen.
Es war eines der vielen
REISEZEIT-Angebote, die mich reizten. Wir haben den Entschluss nicht bereut.
Unser Flug ging über Mailand mit Umstieg nach Lissabon. Es war zwar nicht
unbedingt der direkte Weg, aber dennoch gut.
Die interessante Stadtrundfahrt gleich am ersten Tag führte uns zu einigen
der schönsten Plätzen und Denkmälern Lissabons, in die Alfama, die Altstadt
von Lissabon, an das Ufer des Tejo und zum Jeronimus Kloster. So schön hatte
ich mir Lissabon nicht vorgestellt. Unvergesslich wird mir der Panoramablick
vom Fuße der Christus Statue auf die Stadt an den hohen Hügeln bleiben. Die
„Brücke des 25. April“ übersteigt jedes Vorstellungsvermögen. über alle
Vorstellungen. Dieses Riesenstahlgerüst war einst die größte Brücke Europas,
Am Lauftag wurde sie für viele Stunden gesperrt. Es sollen 38.000 Läufer
gewesen sein, die sich schon ab sieben Uhr in Richtung Start zu drängten.
Dieser gelang. Pünktlich um 9.00 Uhr bewegte sich das Läuferfeld über die
Brücke (In der ersten Etage fuhren die Züge unter uns. Es schwankte und
donnerte.) Wir liefen in eine weite Kurve hinunter auf die gerade Straße.
Dort unten teilte sich der Läuferstrom. Die einen nach rechts auf die
Halbmarathon-strecke, die anderen, die 8 km-Läufer, ohne Chip, liefen nach
links zum Ziel. Einige aus unserer Gruppe wollten schlicht genießen und
walkten hinter dem Lauffeld über die Brücke „hinunter nach Lissabon“.
Die Strecke führt immer geradeaus entlang dem Ufer des Tejo. Der Lissaboner
Laufkurs gilt als eine, wenn nicht sogar schnellste Halbmarathonstrecke der
Welt. Auch Haile Gebrselassie versuchte sich auf ihr. Der ehemalige
Weltrekordhalter über diese Distanz aus Äthiopien konnte die Angriffe seiner
Verfolger Charles Kamathi und Sammy Karanja leicht abwehren. Er gewann in
einer Weltjahresbestzeit von 59:15 Minuten. Wir lasen, dass Haile versuchen
wollte, die Weltrekordzeit von Sammy Wanjirus, 58:33 Minuten auf diesem Kurs
zu verbessern. Dieser Traum erfüllte sich nicht, da das Tempo des Rennens zu
keinem Zeitpunkt entsprechend hoch genug war. Der vornehmlich in Japan
trainierende Kamathi lief nach 1:01:15 Stunden als Zweiter ins Ziel, sein
kenianischer Teamkollege brauchte 37 Sekunden länger.
Bei den Frauen setzte sich die
Kenianerin Salina Kosgei durch und konnte im Rennen in Portugal ihren
dritten Sieg in Folge verbuchen, den sie sich aber gegen Pamela Chepchumba
und Souad Ait Salem hart erkämpfen musste.
Kosgei gewann in 1:09:57
Stunden mit nur 2 Sekunden Vorsprung auf ihre Landsmännin und die Algerierin
Salem, die zeitgleich ins Ziel kamen.
Der große Zieleinlauf, weit
hinter dem Läuferspitzenfeld fand in malerischer Kulisse vor dem Jeronimus
Kloster statt. In Lissabon soll es übrigens noch kein schlechtes Wetter zu
dieser Jahreszeit gegeben haben. Ein bisschen regnerisch schon aber immer
frühlingshafte Temperaturen. Auch wir genossen die Sonne auf der Wiese vor
dem Kloster, ehe es in Laufhosen zur U-Bahn und zurück ins Hotel ging. Gerne
erinnere ich mich an die große schöne Medaille, die jeder im Ziel erhielt,
an das Sahneeis und an die freundliche Atmosphäre unter den tausenden
Menschen an diesem Tag. Am Abend ging es in ein Fado-Restaurant. Mystisch
anmutende, melancholische Gesänge wurden vorgetragen, ehe der nächste
Menü-Gang kam. Auch dieser Abend war viel zu schnell vergangen. Die Beine
waren müde und wir ließen die berühmten Taxis kommen. Die Fahrer Lissabons
gelten als die Toreros der Straßen Europas. Die irre Fahrt bei Nacht war
Sightseeing für sich. Mit einem „Olé!“ sprangen wir aus dem Auto. Es war,
als ob wir geritten wären. Auch die nächsten Tage in Portugal waren
ausgefüllt. Ausflüge wechselten einander ab. Wir fuhren in den Norden zum
Cabo da Roca, dem westlichen Punkt Europas. Hier begegneten wir Jesus Luis,
einem sympathischen Mann beim Freundschaftslauf. REISEZEIT hatte hier einen
Lauftreff organisiert. Es gab besondere Erinnerungsurkunden und Jesus
schenkte uns T-Shirts und Walkmen.
Die Reise galt hauptsächlich
dem Halbmarathon, aber ohne die gewählte Verlängerung nach Óbidos, Fatima
und Sintra wäre uns viel Schönes entgangen. Lissabon auf diese Art zu
erleben ist absolut empfehlenswert.
(aus Erinnerungen von Ulfried
Lantzsch und Manfred Clausen)
Fotoimpressionen

Lauf über den Tejo
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Lissabon, schöne Stadt der weißen Türme |
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Die weiße Stadt am Tejo-Fluß hat herrliche Plätze, Denkmäler und Gassen |
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Unsere Gruppe: Morgen laufen wir über diese gigantische Brücke |
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Christoph.: „Hinter mir die berühmte „Brücke des 25. April“wo der Lissabon Halbmarathon gestartet wird |
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In der romantischen Altstadt, Lafama |
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Läuferbewegung auf der Marathonmesse am Elektrizitätsmuseum |
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Am Cabo da Roca-westlichster Punkt Europas |
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Mit Jesus und seiner Laufgruppe erlebten wir den Freundschaftslauf am Cabo da Roca. Initiiert von Reisezeit. |
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Ein warmer Frühlingstag am Cabo da Roca. Start unseres Freundschaftslaufes mit portugiesischen Läufern. |
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Mit Jesus im Cafe an der Steilküste des Cabo da Roca nach dem Freundschaftslauf |
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Herzlicher Geschenkeaustausch zwischen den deutschen und portugiesischen Läufern. Natürlich gab es T-Shirts |
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Auf Wiedersehn Portugal. Im nächsten Jahr kommen wir wieder |
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