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Im November 2010 geht es wieder nach Äthiopien.

Dann zum 10. Great Ethiopian Run

2009 im Rahmen der Städtepartnerschaft Leipzig –Addis Abeba unterstützte REISEZEIT erneut einen erlebnisvollen Aufenthalt deutscher Läufer im Land der tausend Lächeln. Bericht über den Great Ethiopian Run 2009 (LAUFZEIT 2/2010, Auszüge) -von Silke Sophie Ebert-

Ein Idol bewegt die Massen

Sein Lachen ist eins der bekanntesten, er einer der sympathischsten Sportler unserer Zeit - Äthiopiens Marathonläufer Haile Gebrselassie. Doch nicht nur international sorgt der 36-Jährige laufend für Bewunderung. Auch seinem Land tut er Gutes. 2001 rief er den Great Ethiopian Run ins Leben. Dass er damit goldrichtig lag, muss er geahnt haben. Am 22. November 2009 folgten seinem Ruf 33.000 Teilnehmer. So viele waren es noch nie. Dieses Stelldichein sowohl der Elite- als auch der äthiopischen Freizeitsportler hat sich inzwischen zur größten Laufattraktion Afrikas entwickelt. Kaum zehn Jahre hat es gedauert.

Dass man in Addis Abeba begeistert und schnell läuft, hat sich 5.291 Kilometer weit herumgesprochen - bis Leipzig. Die junge Städtepartnerschaft besteht seit fünf Jahren. Zum Jubiläum im September, gleich nach dem Berlin-Marathon, kam Haile für einen Tag in die Messestadt. Nun fieberten wir dem Gegenbesuch in Äthiopien entgegen. Kulturaustausch in beide Richtungen.

November in Addis Abeba. Die Wetterstation Bole zeigt sommerliche 20 °C. Sie liegt 2354 m über dem Meeresspiegel, Leipzig 112 m. Ob wir mit zwei Dritteln des gewohnten Sauerstoffs zurechtkommen? Die Luft ist deutlich dünner. Um es beim Training zu testen, fahren wir zum Meskal-Platz (Oben: 2. Foto von links) Äthiopische Freizeitläufer, davon gibt es viele, beleben täglich die alte Festtribüne. Überall wird munter gesprintet und getrabt, in kleinen Trupps und auch einzeln. Auch wir mischen uns im Sporttrikot auf den weiten Traversen unters Läufervolk. Unsere Funktions-Shirts fallen auf. „Städtepartnerschaft sportlich leben“ steht in der Landessprache darauf. Einer der jungen Frühaufsteher entdeckt es. „Ah, aus Deutschland seid ihr. Und darf man fragen, wie schnell auf zehn Kilometern?“ Offenbar macht es Eindruck, dass Renndirektor Richard Nerurkar 200 Ausländer angekündigt hat. Der Respekt ist ein gegenseitiger.

Race Packs gibt es und am Abend die Pasta Party. Etwas später holen wir unsere Race-Packs für den Great Ethiopian Run ab. Plötzlich treffen wir auf Haile.

Er freut sich, lächelt und schüttelt ungläubig immer weitere Hände: „Alle hier in meiner Heimat freuen sich, dass ihr zu uns gekommen seid, (sagt er) vom Miteinander können beide Seiten profitieren.“ Für alle Leipziger hatte er eine persönliche Einladung mitgebracht. In seinem Wohnhaus treffen wir uns nach dem Lauf am Sonntag noch zur Gartenparty. Wir übergeben eine Spende für ein Projekt in Südäthiopien. Es hilft Kranken, wieder laufen zu lernen.

Zehn Kilometer durch Addis Abeba

Sonntag neun Uhr. Der Great Ethiopian Run! Die dotierten Rennen der Profis und die Jugendläufe sind abgeschlossen. Jetzt sammelt sich am Meskal-Platz das Amateurfeld. (Oben: 2. Foto von rechts). Bis zum Horizont schimmerten die grünen T-Shirts. Auch wir wechselten unsere „R“-Laufhemden. Ohne Zeitmessung, ohne Startnummer bricht sich die Begeisterung Bahn. Glücklich all jene, die vorn stehen, wie Jürgen Krause. Der gut trainierte Langstreckler erhielt damit eine reale Chance, einen guten Lauf zu absolvieren. Er misst per Satellitenuhr und meistert die Strecke in 43 Minuten. Sechs Minuten über Bestzeit. „Drei fordert das wellige Gelände mit rund 200 m Höhenunter-schied und drei weitere Minuten“, schätzt er ein und schmunzelt „sind ein Tribut an die schiebende Menge“. Am letzten Anstieg habe sich bei ihm die dünne Höhenluft bemerkbar gemacht, der befürchtete „Einbruch“ sei aber ausgeblieben.

Die Starter im hinteren Läuferfeld lassen allen Ehrgeiz fallen und arrangieren sich im Gedränge. Gehen, tanzen, sportlich walken, alles ist inmitten dieses endlos grünen Bands erlaubt. Ursula Rudolph hat 2008 den Eintrag in die „New York Times“ geschafft. Marathon unter fünf Stunden! Diesmal geht es nicht um Zeiten. In Äthiopien will sie sehen, wie sich das Laufen in der Höhe anfühlt. Sie entscheidet sich bewusst gegen einen straff organisierten Wettkampf und schwärmt: „Die Stimmung unter den Läufern ist einfach toll!“

Laufen verbindet!

Addis Abeba ist eine Stadt der Kontraste. Ihre Bewohner dürfen wir beim Great Ethiopian Run buchstäblich auf Schritt und Tritt begleiten. Gerade diese zehn Kilometer zu Fuß sind eine Sightseeing-Tour wie sie intensiver kaum sein kann. Armut und desolate Lebenszustände wechseln sich mit hoch aufschießenden Rohbauskeletten ab. Dann wieder beeindruckt die gut ausgebaute Infrastruktur. Von Tag zu Tag geht es sichtbar voran. Und sogar dieser Sonntag wird noch einmal gekrönt - durch Haile Gebrselassie selbst. Haile ist ein Hochleistungsathlet, der seine Siege in Demut feiert. Am Mount Entoto oberhalb der Stadt entsteht auf seine Initiative und nach seinem Plan eine moderne Anlage zum Trainieren.

Klar ist, dass wir bei unserem nächsten Besuch in Äthiopien anlässlich des Great Ethiopian Run im November auch wieder eine touristische Rundreise erleben wollen. Ein oder zwei Trainingseinheiten auf der entstehenden, neuen Läuferbahn auf dem Mount Entoto mit Haile und seinen Freunden vom Laufklub soll auch dazu gehören.

Fotos oben: Matthias Rudolph (von links nach rechts.)
Bild 1: Tägliches Training auf dem Meskal-Platz in Addis Abeba.
Bild 2: Der Läufernachwuchs zeigt, was Sache ist.
Bild 3: Der Great Ethiopia Run ist der größte Lauf in Afrika. 33.000 Teilnehmer, das ist ein langer, grüner Strom durch die Millionenstadt Addis, der nicht abreißt.
Bild 4: Nimmermüde gibt Haile Autogramme und signiert unsere Finisher-Bändchen.

Das Buch „Der Wunderläufer“, über das Leben von Haile Gebrselassie, aber auch über den Besuch der ersten deutschen Marathongruppe (Reisezeit Läufer seit 2005 in Äthiopien), über das Spendenprojekt Schule „Marathon“ in Äthiopien und mehr, wird vom Autor, Klaus Weidt, an den äthiopischen Botschafter überreicht. Foto-Archiv.

Buchbestellung: www.reisezeit-tourismus.de/REISEZEIT-Shop oder unter info@reisezeit-tourismus.de

 

 


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