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Äthiopien 2007

Noch einmal beim Abebe Bikila-Marathon
- von Christel Schemel -

2008 wird es den 1. Internationalen Äthiopien-Marathon geben.

Noch am 28. September 2006, dem Vorabend des Košice-Marathons hatte ich keine rechte Vorstellung von der Realität der langjährigen traditionellen Beziehungen zwischen dem Košice- und dem Abebe Bikila-Marathon, zwischen den Städten Košice in der Ostslowakei und der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Zu meiner Überraschung erlebte ich am Vortag des ältesten Marathons Europas (83 Jahre!) einen kleinen olympischen Tag in Košice. Läufer entzündeten feierlich die kleine olympische Flamme am Abebe Bikila-Denkmal und zwei Tage später stand ich im Panoptikum (Foto) auf dem Fußgängerboulevard vor Abebe Bikila „persönlich“. Ich kannte die Legende des all zu früh verstorbenen und zu seiner Zeit berühmtesten Marthonläufers. Abebe war es, der 1960 bei der Olympiade in Rom unter tosendem Beifall - des Publikums der Welt - barfüßig den gesamten Marathon über Kopfsteinpflaster und Asphalt absolvierte und gewann!

Nur neun Monate nach meinem Besuch in der Stahlstadt Košice war mir das Glück gegeben, ins Land der besten Läufer der Welt, nach Äthiopien zu reisen. Für REISEZEIT war es damit das dritte Mal, dass wir der Einladung des äthiopischen Athletikverbandes folgend, mit einer (in diesem Jahr) deutschen Laufgruppe zum Abebe Bikila-Marathon angereist kamen.

Natürlich war unsere Neugierde auf das ostafrikanische Land und seine Menschen groß. Daher die Stadtrundfahrt gleich bei Ankunft in Addis Abeba. Eine Marathon-Streckenbesichtigung war natürlich gleich mit eingeschlosseni. Addis, so sagen kurz die Einheimischen, liegt über 2000 Meter ü. M. Selbst im Sommer weht immer ein erfrischender Wind. Wie in den meisten Ländern der so genannten „Dritten Welt“ gibt es viel Armut. Dennoch wirken die Menschen irgendwie glücklicher und lebensfroh. Das einfache Leben trübt nicht ihre Gesichter. Im Gegenteil. In Äthiopien tragen die Menschen ein Lächeln auf der Bluse, in den Händen unter den Augen. Und sie sind liebenswürdige Gastgeber allemal.

Wie ein großes Geschenk ist der überwiegende Teil der Landschaft Äthiopiens. Am Horizont von Addis zeichneten sich Berge ab. Wo Pflege organisiert ist, wachsen Früchte. Auch in Addis sahen wir viele große und prächtige Bäume. Auch hinter unserem Hotel war ein kleines, grünes Areal.

Der Lauftag brach an.
Nach einem, für äthiopische Verhältnisse sehr zeitigen Frühstück um 6.00 Uhr, erreichten wir das Abebe Bikila-Stadion. Dort versammelte sich allmählich eine wachsende Teilnehmerschaft, am Ende waren es um die 500 äthiopischen Läufer. Unsere dagegen zahlenmäßig kleine „internationale“ Gruppe, das heißt u. a. noch sechs Läufer aus Kenia, nahm sich neben den äthiopischen Läuferinnen und Läufern recht bescheiden aus.

Dr. Yilma Berta, Trainer der äthiopischen Marathon-Nationalmannschaft und persönlicher Trainer von Hail Gebrselassie, dirigierte uns gegen 8.00 Uhr zum Start. Eigentlich gab es zwei Wettkämpfe, denn wir durften mit einer Stunde „Vorsprung“ starten und für die internationalen Gäste gab es außerdem die 10 km. Yilma erklärte uns tags zuvor sehr diplomatisch, dass etwa die Hälfte des äthiopischen Starterfeldes, d. h. 200 Läufer, bei einer Zeit von etwa 2:50 h zurück im Stadion erwartet werden, und alle anderen nur 30 bis 35 Minuten später. Dann würde theoretisch der Verkehr in der Stadt wieder voll rollen. Also sollten die Gäste aus Deutschland ein bisschen eher loslaufen. Das tat die Gruppe dann auch gerne.

Übrigens: Der Abebe Bikila-Marathon ist die Talente – Sichtung in Äthiopien, ein Wettkampf zur Qualifizierung der Athleten aus Addis Abeba und dem Umland.

Also war und bleibt es für uns eine große Ehre, auf der Begabtenstrecke Äthiopiens mitlaufen zu dürfen. Unsere Fotos: REISEZEIT-Teilnehmer, stolz und glücklich.

Unsere Heldin war Gabriele Bender. Sie lief bravourös und als einzige der Gruppe den Marathon. Ihr Einlauf im Stadion Abebe Bikila fand in einer bemerkenswerten Stunde statt. Als sie in das Stadion-Oval einbog und die vorgeschriebene Runde zog, wurde sie von tausenden Augenpaaren in gleichfalls großer Stille beobachtet. Just in diesem Moment fand gerade ein Gebet im Stadion statt, so dass alle begeistert schauten, aber niemand klatschte.

Gabi wird vielen Äthiopiern aus zweitem Grunde unvergessen bleiben: Anlässlich der feierlichen Eröffnung des Läufer-Spendenprojektes Schule „Marathon“ in der Region Welkite übergab sie einen Scheck im Werte von 3.500 Euro zur Unterstützung der Schule. (Siehe auch unter Schule Marathon). Ich würde mich freuen, sagte sie mir, wenn dieses Geld hilft, das nächste wichtigste Problem für die 350 Schulkinder von Shafamu zu lösen. Z. B. könnte bis zur nächsten REISEZEIT-Gruppe im Jahre 2008 ein dringend notwendiger Brunnen gebaut und im September 2008 eingeweiht werden. Viele Helfer und Spender sind deswegen auch weiterhin gefragt.

Und jetzt schon aufgemerkt:
Der 1. Internationalen Äthiopien-Marathon wird im September 2008 in Nazaret, ca. 85 km von Addis Abebe, gestartet. Über dieses neue Große Laufereignis wurden sich Marathon Nationaltrainer Dr. Yilma Berta und REISEZEIT-Berater Klaus Weidt beim gemeinsamen Sichten der Strecke im Juni 2007 einig. „Ich meine“, so Yilma in seinem Interview in Addis Abeba, „dass wir Äthiopier diese internationale Veranstaltung im nächsten Jahr organisieren können“.

Zur Erinnerung an die Teilnahme am Abebe Bikila Marathon 2007 erhielten die REISEZEITler eine originelleTeilnehmerurkunde und ein besonderes T-Shirt überreicht. Höhepunkt vor der gemeinsamen Rückreise in die Heimat war allerdings dann das überraschende Freundschaftstreffen mit Haile Gebrselassie. In angenehmer Gesprächsrunde erlebten alle einen äußerst sympathischen, sehr bescheiden auftretenden Weltklasseläufer. Von Haile erfuhren wir, dass er beim Berlin-Marathon 2007 starten wird. Seine Augen leuchteten, als er uns verriet, das es nun sein größtes Ziel ist, in Berlin den Weltrekord zu laufen. Wir wünschen ihm dazu viel Gesundheit, Erfolg und letztlich auch eine notwendige Portion Wetter-Glück.

Vorschau Košice/Slowakische Republik – Addis Abeba/Äthiopien
Košice ehrt Abebe Bikila.

Im Košice Panoptikum steht Abebe Bikila wie er leibt und siegt 1960 bei der Olympiade in Rom.

Im gleichen Panoptikum: Die Füße von Abebe Bikila

Das Abebe Bikila-Denkmal in Košice 1961, Abebe Bikila siegte beim 38. Internationalen Kosice-Marathon

Vor dem Denkmal: Der Präsident (Mitte)des Košice Friedens-Marathon. Die kleine olympishe Flamme wurde entfacht.

Impressionen vom Marathon
von Christel Schemel:

 

Spenden-Schulranzenaktion. Großer Dank gilt der Gepäckaufbewahrung im Flughafen Frankfurt am Main.

Feierliches Entgegen nehmen der Startnummern.

Die äthiopische Gastfreundschaft war hervorragend. Foto: HM-Läuferin Corinna Engel.

Berge am Horizont und grünes Areal hinter unserem Hotel.

Unterwegs zu unserer Schule „Marathon“ in Shafamu.

Am Wonchi-Kraterrand.

Wandern in den Bergen der Region Welkite unweit des Vulkankraters Wonchi.

„Ich habe Thymian für Dich gepflückt.“

Die schönen Füße eines täglichen bar Fuß-Läufers.

Geburtstag in der Nagesh-Lodge. Ein kleiner Teddy aus Stendal, eine Kette aus Addis, und 3 besondere Bücher aus der REISEZEIT-Bibliothek.

Die Geburtstagstorte -48- wird aufgeteilt.

Sportlichkeit nach der feierlichen Schule „Marathon“ -

Eröffnung „Adidas“ gegen „Bar Fuß“ die einen im Äthiopien Marathon-Hemd von REISEZEIT, - die anderen im T-Shirt des LAUFZEIT Journals aus Berlin.

„Bar Fuß“ gewann 3:2. Den entscheidenden Elf-Meter pfiff Schiedsrichterin Christel Schemel an. Über 2.000 Zuschauer freuten sich

Im Abebe Bikila-Stadion von Addis Abeba. Teilnehmer unserer Gruppe im Trainingsanzug der äthiopischen Nationalmannschaft.

Die Starter-Riege zum Abebe-Bikila-Marathon, HM und 10 km.

Wodi Alam (Mitte, ca. 65 Jahre alt), läuft noch heute täglich 10 km.

Start der Marathon-Frauen, Halbmarathonläufer, aller Gäste aus Deutschland einschließlich 10 km-Läufer.

9.00 Uhr Strat. Die Elite zum 23. Abebe Bikila Marathon setzt sich in Bewegung.

Tanz und Gesang vor tausenden Zuschauern im Stadion.

Sonnenschirme, Nuss und Bierverkäufer. Bald liefen die ersten Halbmarathon-Läufer ein.

Applaus für die Siegerin des 23. Abebe Bikila-Marathons.

Mit nicht endendem Beifall und Rufen „Abebe, Abebe !…“ wurde er im Stadion begrüßt. Nr. 1388.

Bar Fuß gelaufen! Die ganze Marathonstrecke! Die Füße von Nr. 1388.

Fast alle sind glücklich im Ziel . Nur Gabi, unsere einzige Marathonläuferin fehlte noch unter uns. (Foto: Gabi, siehe „Schule Marathon“)

Feierliche Übergabe der Auszeichnung an Gabi Bender, die nicht zu sehen ist.

Äthiopische Rhythmen, Weine, und Leckerbissen. Ein unvergesslich schöner Abschlussabend auch für die Kurzreisenden.

Die Stimmung war riesig. Es riss fast alle von den Stühlen.

Marian von der Agentur T-Tam-Travel lief zur Bühne und tanzte für uns den feurigen äthiopischen Tanz der Region Welkite zum Abschluss.

Auf Wiedersehen, chiau chiau, bis zum nächsten Jahr!

 

 


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